Headless Konfiguration Raspberry Pi

Für den Live-Betrieb eines Raspberry Pis im eigenen Heimnetzwerk empfiehlt sich die folgende Konfiguration. Anbei wird davon ausgegangen, dass Raspbian als Betriebsystem gewählt wurde und man sich an dem Raspberry Pi bereits über das Netzwerk via Terminal anmelden kann.

_ grundlegende Konfiguration für den headless Betrieb

Aufrufen von raspi-config via Befehl sudo raspi-config im Terminal und die folgenden Einstellungen vornehmen:



  • Expand File System – Um den gesamten Speicherplatz der SD Karte zu nutzen.
  • Disable „Boot to Desktop“ – damit wird nur noch in die Konsole gebootet. Der Raspberry Pi startet somit schneller.
  • Set the Memory Split – den GPU Speicher auf 16MB setzen. Wir brauchen die Grafikeinheit nicht, da wir im headless Betrieb sind (siehe auch config.txt für weitere Werte).
  • Update your Locale settings (de_DE.UTF-8) – kein muss, aber ich hab den Raspberry gerne in Deutsch.
  • Set your Hostname – der Name, untern dem ihr den Rechner im Netzwerk aufrufen werdet.
  • Commit the changes and reboot – neustarten, damit die Einstellunge gültig werden.

_ Wifi Verbindung aufsetzten

Eigentlich ist alles bzgl. WLAN Verbindung einfach beschrieben unter: https://www.raspberrypi.org/documentation/configuration/wireless/wireless-cli.md
Sofern man einen Kompatiblen WLAN USB Adapter gekauft hat, ist die Installation ein Kinderspiel – erfordert ggf. einen Neustart.

Die Konfigurationsdatei mittels nano editieren.
sudo nano /etc/wpa_supplicant/wpa_supplicant.conf

und den folgenden Inhalt einfügen (natürlich mit euren eigenen Werten)
network={
ssid="dein_wlan_name"
psk="dein_wlan_passwort"
}

Der Raspberry Pi sollte sich dann automatisch für den WLAN Adapter eine eigene IP-Addresse bei eurem Router anfordern. Dabei gehen wir natürlich aus, dass bei eurem Router DHCP aktiviert ist.

_ Speicherplatz freigeben

Mittlerweile gibt es ja das das Raspbian Jezzy Lite Image für den Raspberry. Ich brauche jedoch einige der installierten Komponenten nicht. Um Resourcen zu sparen, kann man diese mittels apt-get purge und autoremove deinstallieren.

Mittels folgende Eingabe im Terminal dpkg-query -Wf '${Installed-Size}\t${Package}\n' | sort -n lässt ermitteln, welche Linuxpaket am meisten Speicher verbraucht.

Bei mir hab ich folgendes angewandt:

sudo apt-get purge idle idle3 scratch omxplayer python-pygame cpp-4.6 wolfram-engine
sudo apt-get autoremove

Klar muss einem sein, dass man nicht wahllos irgendwelche Pakete löschen sollte – sonst kann es sein, dass das System nicht mehr läuft. Aber die Wolfram-Engine brauche ich nicht.

_ Updates installieren

Wie beim heimischen PC auch, gilt es das Herz unserer Heimautomatisierung aktuell zu halten. Das geht via apt-get und rpi-udpate. Ein Update macht ihr manuell mittles der folgenden Terminalbefehle:

sudo apt-get update
sudo apt-get upgrade
sudo apt-get instal rpi-update
sudo rpi-update

Zum automatisierten Update kommen wir in einem der nächsten Artikel.

_ Stromverbrauch optimieren

Die Herstellerangaben hinsichtlich des Stromverbrauchs beziehen sich wie immer auf die Optimalwerte. Sobald ein USB Gerät angeschlossen ist, oder sogar die Pi-Cam, wird natürlich mehr Strom verbraucht.



Laut offizieller Aussage auf der Herstellerseite, benötigt der HDMI Port 50mA und das Camera Module 250mA. Der Verbrauch fällt auch dann an, wenn kein Monitor/TV angeschlossen ist.

Daher lässt sich der HDMI Port sich mithilfe des Befehls /opt/vc/bin/tvservice --off abschalten, um Strom zu sparen.

Den größten Gewinn hat man aber wahrscheinlich beim Netzteil. Wenn dies immer 5v in Anspruch nimmt, unabhängig vom Verbrauch, dann hilft auch die hier genannte Optimierung nichts.

Im groben sollte aber die Verbrauch die 10Eur im Jahr bei Dauerbetrieb nicht überschreiten – alle Angaben ohne Gewähr ;).

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